Medienkritik
Marketing 3.0: Old Spice
by Fabian on Jul.13, 2010, under Medienkritik
Vor einiger Zeit ging diese Werbung durch die Blogs, oder auch diese hier für das Douchegel “New Spice”. Virales Marketing ist bereits ein bisschen angestaubt und so haben sie die Macher etwas neues einfallen lassen. Heute hat der Typ aus der Werbung (oder ein Marketing-Team) den ganzen Tag in Social Networks fragen beanwortet. Gewisse Fragen habe sie innerhalb kürzester Zeit auch in Videos beantwortet. Das ist doch mal eine neue Idee.
Sean Connery: Das Ende einer Karriere?
by Fabian on Jun.25, 2010, under Medienkritik
Kürzlich ist auf youtube untenstehender Trailer für den Animationsfilm “Sir Billi Sizzle” aufgetaucht. Sean Connery spricht dort die Hauptrolle. Und scheint den Leuten wohl damit mitzuteilen zu wollen, dass seine Karriere endgültig zu ende ist. Man kann ja meistens davon ausgehen, dass in Trailer das beste aus dem Film gepackt wird. Und wenn das dort unten das beste des Filmes sein soll, kann man wohl zum Film nur sagen: “Kill it with fire!”
Der Film ist einfach grässlich. Es könnte auch die Werbung für ein Computerspiel für die PS2 oder den Nintendo 64 sein. Die Animationen sind einfach grässlich, jeder, der das heute hobbymässig macht, kriegt es besser hin. Nun gut, man muss zugestehen, dass der Film von einem kleinen Filmstudio in Schottland realisiert wurde und die eben nur ein kleines Budget haben. Wahrschinlich ist das ganze Geld für Sean Connery drauf gegangen, so dass kein Geld mehr für die Animationen blieb.
Aber selbst wenn man den Rest betrachtet — auch die Story scheint einfach schlecht zu sein. Da sind also ein paar Bieber, die den Fluss ab treiben und gerettet werden müssen (offensichtlich können diese Bieber nicht schwimmen). Naja, da der Trailer ebenfalls extrem schlecht geschnitten ist, lässt sich nicht viel mehr zu Story sagen.
Terre des hommes kapert 20 minuten
by Fabian on Jun.09, 2010, under Medienkritik
In einer Guerilla-Marketing-Aktion hat heute morgen terre des hommes die leeren 20 minuten-Zeitungsboxen mit eigenen Imitaten ausgetauscht. Die vom Layout perfekt kopierten Zeitungen unterschieden sich nur durch den Text “50 Jahre” statt “20 Minuten”. Ob 20 minuten davon weiss, ist mir bisher nicht bekannt.
Update: Inzwischen gibt es eine Pressemitteilung:
Basel, 9. Juni 2010 – Tausende von Pendlerinnen und Pendlern staunten heute Morgen nicht schlecht, als sie wie immer ihr 20 Minuten lesen wollten und bemerkten, dass sie nicht ihre gewohnte Zeitung, sondern eine 50 Jahre-Ausgabe in Händen hielten.
Nach der amerikanischen New York Times und der deutschen Zeit nun also auch das 20 Minuten in der Schweiz: Die Gratis-Pendlerzeitung wurde gekapert. In einem Bekennerschreiben an die Redaktion des 20 Minuten äusserte sich die entwicklungspolitische Organisation terre des hommes schweiz zu der freundlichen Übernahme.
Als kleine Entwicklungsorganisation verfüge terre des hommes schweiz nicht über das nötige Budget, um aufwändige Werbung zu machen. Deshalb müsse hin und wieder auf ungewöhnliche Massnahmen zurückgegriffen werden, um ein breites Publikum zu erreichen und auf die Arbeit der Organisation aufmerksam zu machen.
Seit 50 Jahren arbeitet terre des hommes schweiz für eine gerechtere Welt. „Je mehr Menschen erreicht werden, die sich gemeinsam dafür einsetzen, desto eher werden Missstände aufgedeckt und ungerechte Machtverhältnisse verändert“, erklärt Stefan Studer, Co-Geschäftsleiter von terre des hommes schweiz. Darum nutzte das Hilfswerk die Popularität des 20 Minuten für eine einmalige Aktion
Wo haben wir denn die heutige Schleichwerbung?
by Fabian on May.04, 2010, under Medienkritik
Heute war ich überrascht, als ich die 20min durchsah. Auf den ersten Blick konnte ich gar keine Schleichwerbung finden, obwohl sie manchmal ja gerade zu penetrant aufdringlich ist. Bei der heutigen Ausgabe wurde sie auf Seite 20, in den Bereich “Essen” verlagert.
Unter dem Titel “Zum Teller-Ausschlecken: Die besten Salatsaucen” wurden nicht etwa Rezepte vorgestellt, sondern die angeblich besten Fertig-Saucen. Dort werden Saucen von Coop, Globus, Marinello, Loeb und Chäs Stadelmann angepriesen. So wie sich die “Kritiken” anhören, wurden sie wohl auch direkt von diesen Unternehmen zur Verfügung gestellt:
Diese Salatsauce hat eine Kariere hinter sich, die ihresgleichen sucht: 2001 in einem kleinen Hofladen in Kerns geboren, hat sie sich inzwischen zu einem richtigen Klassiger gemausert. Zu Recht: Es gibt kaum jemanden, der diese Sauce nicht mag, und kaum ein Salat, zu der er nicht passt.
Auf der selben Seite wird auch noch das “Fruchtglace-Zauberpulver” für 3.20 der Migros gelobt und auf den Muttertagsbrunch in einem Nobelhotel für 98 Franken hingewiesen. Natürlich als redaktioneller Beitrag verfasst, ohne das Wörtchen “Anzeige”.
cnn hält Apollo 13 für eine Hollywood-Erfindung
by Fabian on May.04, 2010, under Medienkritik
Port Fourchon, Louisiana (CNN) — It sounds like a Hollywood movie. An impending disaster — think the disabled spacecraft in “Apollo 13″ or the asteroid hurtling toward Earth in “Armageddon” — prompts a daring intervention by engineers to save the day.
Ooookey… Hier gibts den Artikel.
Niemand berichtet über unsere Weltbild… Och, man…
by Fabian on May.03, 2010, under Medienkritik, Wissenschaft und Technik
Ein paar Verschwörungstheoretiker fühlen sich beleidigt, weil das schweizer Fernsehen ihren Verschwörungstheorien (dass es keinen Kimawandel gäbe) keine Achtung geschenkt hat. Sie haben deshalb eine Beschwerde verfasst. Dieser Teil mag ja noch amüsant sein. Doch bin ich ein bisschen verwundert darüber, dass wohl auch das Bildblog affinitäten zu Verschwörungstheorien auzuweisen scheint. Ist es doch mir bisher eher als kritische Instanz begegnet.
Hausdruchsuchung wegen iPhone
by Fabian on Apr.28, 2010, under Medienkritik
Für jene, welche die Story nicht mitbekommen haben, hier mal kurz die Zusammenfassung:
Der Apple-Entwickler Gray Powell nimmt seinen geheimen, neuen iPhone-Prototypen mit auf eine Sauftour in einen Biergarten. Dort lässt er es dummerweise liegen. Ein anderer Typ findet es später und entdeckt, dass es sich um den Prototypen des iPhone-Nachfolgers handelt. Er informiert Apple über den Fund, aber die glauben ihm nicht. Laut lokalem Gesetz hätte er es aber dem Barbesitzer übergeben müssen, der anschliessend verzweifelte Anrufe vom eigentlichen Besitzer erhielt, der das Telefon vermisste.
Der Finder verkauf das Gerät an Gizmodo, das es schlussendlich für 5000 Dollar abkauft und das Gerät analysiert und darüber berichtet. Apple meldet das Gerät inzwischen als gestohlen. Darafhin unternimmt die Staatsanwaltschaft eine Hausdruchsuchung bei Gizmodo und beschlagt diverse Dinge.
Gizmodo beruft sich nun auf das spezielle Schutzrecht für Journalisten. Damit wird eine interessante Grundsatzfrage aufgeworfen, auch wenn nicht das erste Mal. Geniessen Blogger die selben Schutzrechte wir Journalisten? Wir warten alle gespannt auf die Fortsetzung…
Generation 2.0
by Fabian on Apr.26, 2010, under Medienkritik
Auf Hossli gibt es einen interessanten Bericht, der sich mit dem Medienverhalten schweizer Jugendlicher auseinandersetzt. Konkret wurden Bezirksschüler, die in Olten in die Schule gehen, befragt. Meiner Meinung nach ein guter und neutral verfasster Artikel.
The Book of Eli (Filmkritik)
by Fabian on Feb.28, 2010, under Medienkritik, Religion
Ich mag postapokalyptische Filme, die das Bild einer pessimistischen Dystopie einer imaginären Zukunft zeichnen. Aus diesem Grund habe ich mir auch “The Book of Eli” mit Denzel Washington angesehen. Die Handlung ist schnell erzählt. Nach einem Atomkrieg verbrennen die Überlebenden alle verbleibenden Exemplare der Bibel, da sie als Ursache des Krieges angesehen wird. Nur der Protagonist Eli (Danzel Wahsington) hat noch ein Exemplar, welches er nach Westen bringen muss, wie ihm eine innere Stimme aufgetragen hat. Sein Gegenspieler Carnegie (Gary Oldman) will dieses Buch unbedingt in seinen Besitz bringen, da er sie als Quelle grosser Macht ansieht. Und hier liegt auch das Problem des Filmes. Der penetrante, pseudomoralische religiöse Zeigefinger, welcher die Bibel sowie den Glauben zu einem unabdingbaren und unablässigen Element hochstilieren will. Der Film ignoriert die Tatsache, dass die Bibel nur ein Buch bronzezeitlicher Mythen darstellt und insziniert sie hingegen als unverzichtbares Objekt der abendländischen Kultur. Man kann darüber aber auch hinwegsehen. Sofern man sich auf die fiktionalen Prämissen des Filmes einlässt, so kann man auch annehmen, dass sich bei den Bewohnern dieser düsteren Welt eine Legende manifestiert hat, welche die Bibel, aufgrund ihrer rarität, mystifiziert und sie mit einer vor dem “Krieg” nicht dagewesenen Faszination glorifiziert. Man kann nicht abstreiten, dass die Bibel und das Christentum einen wesentlichen Beitrag der westlichen Kultur sind und die Menschheit schon immer (meistens negativ) beeifnlusst haben. Und so kann man auch über den religiösen Makel des Filmes hinwegsehen. Welches Buch wäre denn für die Story eine gute Alternative gewesen? Nüchtern betrachtet ist die Bibel eine logische Wahl. Es hätten den Verlauf der Story nicht beeinflusst, wenn man stattdessen den Koran gewählt hätte. Dass sich der Autor nicht dafür entschieden hat, ist nachvollziehbar.
Somit bleibt zu sagen, dass “The Book of Eli” ein melancholisches Endzeitspektakel mit einigen Actionelementen ist, welches man durchaus ansehen mag. Denzel Washington überzeugt in seiner Rolle als selbstsicherer Einzelkämpfer. Trotzdem bleibt der schale Nebengeschmackt der religiösen Botschaft, die nicht nur durch die Wahl des Buches in den Vordergrund tritt. “Es ist nur ein beschissenes Buch!” wird einmal im Film gesagt. Der Mann hat recht.
Gammelfleisch im Sonderangebot
by Fabian on Jan.12, 2010, under Medienkritik
Die Gratiszeitung 20minuten berichtet heute über den “Gammelschinken“, der bei Kontrollen bei Grossmetzgereien zum Vorschein gekommen ist und wie auch andere berichtet haben. In typischer, reisserischer Manie wird hier gross vor dem “Gammelschinken” gewarnt. Wobei Gammelschinken wohl stark übertrieben ist. Wenn man den Artike liest, erkennt man bald, dass es hier nicht um vergammeltes Fleisch geht, sondern um Fleisch mit einer überhöhten Belastung von Keimen. Dies ist natürlich auch weder gesund noch appetitlich, aber hier von Gammelfleisch zu sprechen, ist trotzdem übertrieben.
Doch das beste des Artikels ist eindeutig, was im letzen Satz erwähnt wird:
Fällt ein Betrieb bei künftigen Tests erneut durch, drohen Bussen bis zu 1000 Franken.
1000 Franken? Die armen Betriebe müsste ja Konkurs anmelden bei einer solchen finanziellen Belastung.
Doch die betroffenen Firmen sollten sich nicht zu sehr freuen. Denn das Lebensmittelgesetz sagt etwas leicht anderes:
Mit Busse bis zu 40 000 Franken wird bestraft, wer vorsätzlich:
- a. den Vorschriften über den hygienischen Umgang mit Lebensmitteln zuwiderhandelt;
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